Buchtipps


Liebe Leserinnen und Leser, Freundinnen und Freunde der Buchhandlung Junius!

Die Einschränkungen durch CORONA betreffen uns noch immer. Dank Ihrer Leselust und Kauffreudigkeit haben wir die Wochen der Schließung und auch die Zeit danach gut überstanden. Ich musste bisher weder Kurzarbeit anmelden noch Hilfsgelder beantragen. Veranstaltungen können wir bald wieder durchführen, aber unser traditioneller Bücherabend „LESENSWERT“ im Mai fand nicht statt.

Im Frühjahr sind wieder etliche neue Bücher erschienen. Wir haben, wie immer, viel gelesen und haben hier unsere Leseempfehlungen zusammengestellt. Freuen Sie sich auf eine vielseitige Auswahl und lassen Sie sich inspirieren. Da nicht alle von Ihnen in meine Buchhandlung kommen können, liefern wir Ihnen Ihre Favoriten auch gerne „frei Haus“.

Kommen Sie wohlbehalten durch die kommenden Tage!

Das wünschen Ihnen

Sabine Piechaczek und das gesamte Team der Buchhandlung Junius   

 

Bücherliste „Lesenswert I / 2021“

Ute Deelmann

Ewald Arenz: Der große Sommer, DuMont Buchverlag, 20.00 €

Der 16jährige Frieder freut sich nicht über die Schulferien. Seine Familie fährt in Urlaub und er muss bei seiner Oma für seine Nachprüfung büffeln. Die Ereignisse und Erfahrungen in diesen Sommertagen erweitern seinen Horizont, lassen ihn erwachsen(er) werden und werden sein Leben für immer bereichern. Mit diesem einfühlsamen und wunderbar erzählten Roman erleben auch wir einen unvergesslichen Sommer Anfang der 80er Jahre.

 

Bettina Edeler

Ottessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen, Hanser Verlag, 22.00 €

Die Witwe Vesta hat sich mit ihrem Hund in ein Haus im Wald zurückgezogen. Bei einem Spaziergang entdeckt sie eine Botschaft: "Sie hieß Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie ermordet hat. Ich war es nicht...". Die Gedanken über Magda und deren Schicksal ergreifen Besitz von der einsamen Frau und steigern sich zur Besessenheit. Atemlos verfolgt der Leser Vestas Vorgehen und fragt sich, wo die Realität endet und der Wahn beginnt. Ein großartiges Psychogramm.

Kazuo Ishiguro: Klara und die Sonne, Blessing Verlag, 24.00 €

In einer unbestimmten Zukunft wird Jugendlichen oft ein/e KF, ein/e künstliche/r Freund/in, zur Seite gestellt, also ein menschenähnlicher Roboter. Aus der Perspektive der KF Klara erleben wir eine ungewöhnliche, faszinierende Sicht auf Alltag und Gesellschaft. Es handelt sich keineswegs um eine unterkühlte Erzählung, riskiert Klara für die Rettung "ihres" Mädchens, das an einer gefährlichen Krankheit leidet, doch die eigene Existenz. Am Ende kommt dem Roboter unser größtes Mitleid zu und es stellen sich Fragen zum menschlichen Miteinander.

Laila Lalami: Die Anderen, Verlag Kein & Aber, 24.00 € 

In der Mojawewüste wird der Besitzer eines Diners, ein ehemaliger Philosophiestudent aus Marokko, an einem Abend auf dem Heimweg überfahren. Der Täter begeht Fahrerflucht. War es Absicht oder ein Unfall? Seine Tochter Nora, die als Musikerin nicht den Aufstiegsvorstellungen ihrer Eltern entspricht, kommt für eine Zeit zurück in ihre Heimatstadt, um nach dem Täter zu fahnden. Sie nimmt eine Beziehung zu einem alten Schulfreund auf und steht in Kontakt zu der farbigen Ermittlerin. Nora ist die Hauptakteurin, aber jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Ein überzeugend geschriebener Roman über Familie, Einwanderung, Gesellschaft und Liebe mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen.

Beate Hillmann

Inken Bartels: Der kleine Gasthof an der Schlei, Rowohlt TB, 11.00 €

Die Sterneköchin Isa kehrt aus London nach Nordernby /Schleswig Holstein zurück, weil ihre Oma ihr den Gasthof Seestern vermacht hat. Eigentlich möchte Isa alles schnell regeln, den Gasthof verkaufen und wieder zurück nach London. Doch ihre Großmutter Luise hat testamentarisch verfügt, dass Isa vier Wochen mit ihrer Mutter, die auch Köchin ist, den Gasthof führen und wieder zum Leben erwecken soll. Isa kann ihrer Mutter nicht verzeihen, dass diese sie als kleines Kind im Stich gelassen hat. Außerdem leidet sie an Versagensängsten und Panikattacken. Ob das wohl gut geht?

„Der kleine Gasthof an der Schlei“ ist eine richtig schöne Urlaubsgeschichte, mit allen Höhen und Tiefen des Lebens und einer Überraschung. Wer bereits in der herrlichen Umgebung der Schlei gewesen ist, wird hoffen, bald wieder dort sein zu dürfen.

 

Annika Scheffel: Sommer auf Solupp, Thienemann, 15.00 €

Mari und ihre Familie haben es nach einer schweren Erkrankung ihres Vaters nicht einfach. Die Mutter beschließt, dass alle die Sommerferien auf der unbekannten Insel Solupp verbringen. Die Kinder hatten eigentlich andere Pläne. Schneller als gedacht, legen sie mit der Fähre an der Insel an. Und die versprüht ihren ganz eigenen Zauber, mit vielen Abenteuern und Geheimnissen – unvergessliche Tage für alle.

SOLUPP ist ein Ort, den du nicht findest – er findet dich – wenn du ihn am meisten brauchst!

Wir könnten in dieser Zeit ein bisschen Solupp gebrauchen. Für mich war die Geschichte der reinste Urlaub. Ein wunderschönes Buch – nicht nur für Kinder (ab 10)!

 

Heike Krallmann

Ronald D. Gerste, Die Heilung der Welt, Klett-Cotta, 24.00 €

Vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint, hat irgendwann einen Anfang gehabt. Dieses Buch lässt den Leser an den wichtigsten Ereignissen der Medizin teilnehmen und die faszinierende Ära zwischen 1840-1914 aufleben. Es ist keine Medizingeschichte, sondern eher ein spannendes Zeitgemälde in kleinen „Appetithappen“ verpackt. Absolut lesbar, informativ und verständlich.

 

Matt Haig, Die Mitternachtsbibliothek, Droemer, 20.00 €

Stellen Sie sich vor, es gäbe für jede Entscheidung, die Sie in ihrem Leben getroffen haben, eine dokumentierte Alternative - und diese kann in einem Buch aus einer Bibliothek, die es nur in dem Zustand zwischen Leben und Tod gibt, erlebt werden. Genau dieses passiert der Protagonistin Nora Seed in der Mitternachtsbibliothek nach ihrem Selbstmord-Versuch.

Eine Welt voller paralleler Leben - humorvoll, nachdenklich machend und bis zum Schluss spannend. Denn jeder stellt sich sicherlich mal die Frage: Wie wollen wir leben? Wer und wie will ich sein? Die Antwort darauf findet sich für Nora Seed in dieser Geschichte.

 

Christine Cazon, Lange Schatten über der Côte d’Azur, KiWi TB, 11.00 €

Im achten Fall der Kommissar Duval Reihe liegt ein junger Mann erschlagen auf einem Gedenkstein auf dem Friedhof von Nizza. Was hat der Tote mit den Verstorbenen von 1942 zu tun, und was ist damals passiert? Ein unterhaltsamer Krimi voller geschichtlicher Verbindungen aus einer Zeit der französischen Historie, die man nicht unbedingt aus den Geschichtsbüchern kennt.

 

Wolfgang Piechaczek

Peter Mohlin/ Petr Nyström: Der andere Sohn, HarperCollins, 22.00 €

John Adderley ist FBI-Spezialagent mit schwedischen Wurzeln. Nach einem Einsatz in Baltimore, der ihn fast das Leben kostete, kehrt er mit neuer Identität zurück in seine Geburtsstadt. Dort versucht er einen zehn Jahre alten Mordfall zu klären, der seinen Halbbruder ins Gefängnis brachte. Ein gut konstruierter und erzählter Skandinavien-Thriller, der die Spannung bis zum Ende hält.

 

Bianca Nawrath: Iss das jetzt, wenn du mich liebst, Ecco, 20.00 €

Kinga und Ihr langjähriger Freund Mahmut wollen heiraten. Die polnische Verwandtschaft der jungen Berlinerin ist entsetzt. Beide werden zu einer Hochzeit nach Polen eingeladen, um den Bräutigam abzuschrecken. Der Festtagsschmaus wird zu einer Herausforderung für alle.

Ein amüsanter, leicht und locker geschriebener Familienroman, in den die 24-jährige Autorin auch Episoden ihres eigenen Lebens eingearbeitet hat.

 

Sabine Piechaczek

Yishai Sarid: Siegerin, Kein & Aber, 22.00 €

Abigail ist Militär-Psychologin in Israel, eine Patriotin mit klaren Überzeugungen, hart gegen sich und andere. Sie betreut Soldatinnen und Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Zugleich gibt sie Workshops vor Kampfeinsätzen, um den jungen Menschen die Angst vor dem Sterben und die Skrupel, zu töten zu nehmen. Als ihr einziger Sohn Schauli eingezogen werden soll, gerät ihr festes Weltbild ins Wanken.

Yishai Sarid, ehemaliger israelischer Nachrichtenoffizier weiß, worüber er schreibt. Ein eindringlicher, erhellender Roman mit psychologischem Tiefgang, gradlinig erzählt.

 

Margarita Liberaki: Drei Sommer, Arche, 24.00 €

In Griechenland gilt dieser Familienroman (Erstveröffentlichung 1945) als Klassiker, ähnlich wie in Deutschland „Die Buddenbrooks“. Die Erfahrungen dreier Sommer auf einem Landgut in der Nähe von Athen prägen die Lebenswege von drei Töchtern aus einem großbürgerlichen Elternhaus. Maria (20), Infanta (18) und Katerina (16) versuchen eine Antwort auf die Frage zu finden, ob es gelingen kann „ganz Frau und trotzdem frei zu sein“. Wunderschön geschrieben und absolut zeitlos.

 

Horst Evers: Wer alles weiß, hat keine Ahnung, Rowohlt, 20.00 €

Horst Evers hat die Gabe, die Tücken des Alltags und die menschlichen Unzulänglichkeiten so witzig zu beschreiben, dass wir schmunzeln und zuweilen auch herzhaft lachen können. Seine feinen satirischen Geschichten tun gut in einer Zeit, in der es nicht so viel zu lachen gibt.

 

Andrea Reichelt

Ashley Audrain: Der Verdacht, Penguin, 22.00€

Die Ich-Erzählerin Blythe ist in dritter Generation eine Tochter, der es schwerfällt, Mutterschaft so zu leben (und zu empfinden), wie es gemeinhin erwartet wird. Eigentlich reicht ihr die Zweisamkeit mit ihrem Mann Fox. Als Tochter Violet auf die Welt kommt, zerbricht Blythe fast an ihren und den Ansprüchen ihres Mannes, empfindet sie doch keine überbordende Liebe für das Baby. Liegt es an Violet – die mit einer Prise „Rosemary’s Baby“ gezeichnet wird – oder an Blythes vermeintlicher Unfähigkeit, ihrer Mutterrolle gerecht zu werden? „Der Verdacht“ greift ein heikles Thema auf, ist sehr gut geschrieben, vielschichtig, faszinierend und ungemein spannend.

 

Susanne Abel: Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe, DTV, 20.00 €

Die 84-jährige Mutter des erfolgreichen TV-Moderators Tom Monderath leidet an fortschreitender Demenz, die zunehmende Hilfe erfordert. Tom wird klar, dass er sich nie wirklich für das Leben seiner Mutter interessiert hat, solange sie „funktionierte“. In Rückblenden erfährt der Leser von ihrem Leben in Ostpreußen, ihrer Flucht, dem Neuanfang in Heidelberg und von Robert Cooper, einem afroamerikanischen GI, der ihre große Liebe wird und dem gemeinsamen Kind, dass Greta gegen alle Unbill bekommt. Was dann folgt, könnte kitschig sein, ist es aber zu keiner Zeit, nicht zuletzt, weil das Thema „Brown Babies“ mit großem Faktenwissen ergänzt wird. „Stay away from Gretchen“ ist ein Schmöker im allerbesten Sinne.

 

Peter Wöhrl

Sofia Segovia: Das Flüstern der Bienen, List, 22.00 €

Den Charakter dieses Buches in Worte zu fassen, fällt mir ausnehmend schwer. Es ist eine historische Geschichte und spielt in einer kulturell sehr interessanten Zeit. Gleichzeitig ist es aber vor allem die Familiengeschichte der Familie Morales, deren Mitglieder einem im Laufe der Erzählung sehr eng ans Herz wachsen. Nicht zuletzt besitzt das Buch dank Simonopio aber auch einige fast schon mystische Elemente. Insgesamt entsteht so ein wundervoller, einzigartiger Cocktail an Erzählkunst, der durch den ganz besonderen, fast schon poetischen Erzählstil getoppt wird.
Es gibt so viele Passagen, deren Worte einem tief ins Herz schneiden, Mut machen oder einen zum Schmunzeln bringen.
Fazit: Ein gelungenes, spannendes Gemisch aus Ernsthaftigkeit und Humor, Familiengeschichte und Sozialstudie, dem ein ganz eigener Zauber innewohnt und das ich gerne weiterempfehle. 

 

Zoe Brisby, Reise mit zwei Unbekannten, Eichborn, 18.00 €

Der schüchterne Alex, den sein Liebeskummer in eine Lebenskrise gestürzt hat, braucht dringend einen Tapetenwechsel. So beschließt er, mit seinem alten Twingo nach Brüssel zu fahren. Um Kosten zu sparen, sucht er über ein Mitfahrportal einen Mitfahrer. So trifft er auf Maxine, eine über neunzigjährige, sehr rüstige alte Dame, die aus ihrem Seniorenheim entwischt, um ihr Ableben in Eigenregie zu gestalten. Die beiden freunden sich nach kurzer Zeit an und so bleibt es nicht aus, dass sie auf der langen Fahrt über Dinge sprechen, die sie so noch niemandem anvertraut haben. Es beginnt für die beiden eine abenteuerliche Reise, die für viele Überraschungen sorgt.

„Reise mit zwei Unbekannten“ ist ein Roadmovie der Extraklasse, rasant, teils total schräg und abenteuerlich. Das Kopfkino startet von der ersten Seite an mit voller Wucht.
Trotz aller Lockerheit und skurrilen Szenen verliert der Roman nie an Tiefgang. So manches im Buch mag überspitzt dargestellt sein, zugleich finden sich aber viele Körnchen Wahrheit darin.

 

Christel Würthen

Mithu M. Sanyal: Identitti, Hanser, 22.00 €  und

Bernhardine Evaristo: Mädchen, Frau etc., Tropen, 25,00 €

Zwei Bücher - ganz aktuelle Thematik: Es geht um Identität, vor allem der von Frauen aus einer ethnischen Minderheit und beide variieren u. a. das Motto:

Identität ist eine vielleicht notwendige Lüge.

 

Mithu Sanyal behandelt in ihrem Roman "Identitti " das Thema auf ironische Weise. In überbordender Erzähllust geht es in einer ebenso geistreichen wie turbulenten Geschichte um eine Professorin (Genderstudien, Uni Düsseldorf), die sich einen Minderheitenstatus erschwindelt hat. Es werden die bevorzugten Kommunikationsarten unserer Gegenwart (Blogg, E-Mail, Podcast, Twitter etc.) genutzt, um die Absurditäten der Problematik vorzuführen. 

 

Bernardine Evaristo geht in ihrem Roman "Mädchen, Frau, etc." einen anderen Weg. In rhythmisch lebendiger Erzählweise werden die ganz unterschiedlichen Biographien von schwarzen Frauen erzählt, die in verschiedenen Zeiten ihren Weg in Großbritannien suchen. Den Auftakt bildet der Kampf um Anerkennung einer lesbischen Dramatikerin in der Londoner Theaterwelt.

Evaristo wurde als erste (!!!) schwarze Schriftstellerin mit dem Booker Preis 2019 (!!!) ausgezeichnet.

Wir stehen eben erst am Anfang des Versuchs der Dekolonisierung.

 


Ute Deelmann

Ewald Arenz: Der große Sommer, DuMont Buchverlag, 20.00 €

Der 16jährige Frieder freut sich nicht über die Schulferien. Seine Familie fährt in Urlaub und er muss bei seiner Oma für seine Nachprüfung büffeln. Die Ereignisse und Erfahrungen in diesen Sommertagen erweitern seinen Horizont, lassen ihn erwachsen(er) werden und werden sein Leben für immer bereichern. Mit diesem einfühlsamen und wunderbar erzählten Roman erleben auch wir einen unvergesslichen Sommer Anfang der 80er Jahre.

 

 

 


Bettina Edeler

Kazuo Ishiguro: Klara und die Sonne, Blessing Verlag, 24.00 €

In einer unbestimmten Zukunft wird Jugendlichen oft ein/e KF, ein/e künstliche/r Freund/in, zur Seite gestellt, also ein menschenähnlicher Roboter. Aus der Perspektive der KF Klara erleben wir eine ungewöhnliche, faszinierende Sicht auf Alltag und Gesellschaft. Es handelt sich keineswegs um eine unterkühlte Erzählung, riskiert Klara für die Rettung "ihres" Mädchens, das an einer gefährlichen Krankheit leidet, doch die eigene Existenz. Am Ende kommt dem Roboter unser größtes Mitleid zu und es stellen sich Fragen zum menschlichen Miteinander.


Beate Hillmann

Annika Scheffel: Sommer auf Solupp, Thienemann, 15.00 €

Mari und ihre Familie haben es nach einer schweren Erkrankung ihres Vaters nicht einfach. Die Mutter beschließt, dass alle die Sommerferien auf der unbekannten Insel Solupp verbringen. Die Kinder hatten eigentlich andere Pläne. Schneller als gedacht, legen sie mit der Fähre an der Insel an. Und die versprüht ihren ganz eigenen Zauber, mit vielen Abenteuern und Geheimnissen – unvergessliche Tage für alle.

SOLUPP ist ein Ort, den du nicht findest – er findet dich – wenn du ihn am meisten brauchst!

Wir könnten in dieser Zeit ein bisschen Solupp gebrauchen. Für mich war die Geschichte der reinste Urlaub. Ein wunderschönes Buch – nicht nur für Kinder (ab 10)!


Heike Krallmann

Matt Haig, Die Mitternachtsbibliothek, Droemer, 20.00 €

Stellen Sie sich vor, es gäbe für jede Entscheidung, die Sie in ihrem Leben getroffen haben, eine dokumentierte Alternative - und diese kann in einem Buch aus einer Bibliothek, die es nur in dem Zustand zwischen Leben und Tod gibt, erlebt werden. Genau dieses passiert der Protagonistin Nora Seed in der Mitternachtsbibliothek nach ihrem Selbstmord-Versuch.

Eine Welt voller paralleler Leben - humorvoll, nachdenklich machend und bis zum Schluss spannend. Denn jeder stellt sich sicherlich mal die Frage: Wie wollen wir leben? Wer und wie will ich sein? Die Antwort darauf findet sich für Nora Seed in dieser Geschichte.


Sabine Piechaczek

Horst Evers: Wer alles weiß, hat keine Ahnung, Rowohlt, 20.00 €

Horst Evers hat die Gabe, die Tücken des Alltags und die menschlichen Unzulänglichkeiten so witzig zu beschreiben, dass wir schmunzeln und zuweilen auch herzhaft lachen können. Seine feinen satirischen Geschichten tun gut in einer Zeit, in der es nicht so viel zu lachen gibt.

 

 


Wolfgang Piechaczek

Bianca Nawrath: Iss das jetzt, wenn du mich liebst, Ecco, 20.00 €

Kinga und Ihr langjähriger Freund Mahmut wollen heiraten. Die polnische Verwandtschaft der jungen Berlinerin ist entsetzt. Beide werden zu einer Hochzeit nach Polen eingeladen, um den Bräutigam abzuschrecken. Der Festtagsschmaus wird zu einer Herausforderung für alle.

Ein amüsanter, leicht und locker geschriebener Familienroman, in den die 24-jährige Autorin auch Episoden ihres eigenen Lebens eingearbeitet hat.